Mit 47 Jahren plant Harry Haller, sich an seinem 50. Geburtstag das Leben zu nehmen. Er sehnt sich nach einem bürgerlichen Leben, das er gleichzeitig verachtet. Trotz seiner hohen Bildung hat er sich in die soziale Isolation begeben und dem Glauben, der Moral und den Sitten den Rücken gekehrt. In der Isolation findet er sein eigenes »Ich« und merkt, dass in ihm zwei Wesen wohnen: Harry, der angesehene Mensch, der Autor, Denker und Kritiker und: der »Steppenwolf«, der seine nicht ausgelebten Leidenschaften und aufgestauten Instinkte verkörpert. Harry versinkt zusehends im Sumpf seiner Einsamkeit, da er sich seiner Umgebung nicht mitteilen und nicht mehr anpassen kann. Bis er Hermine begegnet und das Magische Theater entdeckt. Zwischen Traum und Realität lernt er dort nicht nur eine neue Sinnlichkeit, sondern auch ihm bisher verborgen gebliebene Facetten seiner Persönlichkeit kennen.

Hesses bereits 1927 entstandener Roman avancierte zum Kultbuch der Studentenbewegung der 68er-Jahre und ist bis heute einzigartig in seiner Verbindung von Gesellschaftskritik und der Erforschung der zerrissenen menschlichen Seele. Regisseur Dominik Günther arbeitete u. a. am Thalia Theater Hamburg, Theater Erlangen, Landestheater Tübingen und am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Gemeinsam mit Bühnen- und Kostümbildnerin Sandra Fox übersetzt er den Roman als eine große Selbstsuche auf die Bühne des Studio Werkhaus – und als Kampf der verschiedenen Gehirnareale um die Vorherrschaft in Harry Haller. Der Sternenhimmel seiner »tausend Seelen« sind die verschiedenen Teile seines Gehirns, die mit ihm Zwiesprache halten, ihn beeinflussen, vor sich hertreiben oder auffangen. Quelle: Nationaltheater Mannheim

 

 

Regie
Dominik Günther

Bühne & Kostüme
Sandra Fox

Komposition & Musikalische Leitung
Leo Schmidthals

Video:
Sandra Fox / Regina Hess

Licht
Björn Klaassen

Ticket
http://www.nationaltheater-mannheim.de/cards1819/19934