Neben Malerei, Skulptur, Video und Performance umfassen seine Arbeiten auch Architektur, Grafik- und Möbeldesign, wobei der Künstler bewusst die Grenze zwischen angewandter und freier Kunst auslotet. Zobernigs Werke zeichnen sich durch eine einfache geometrische Formensprache sowie unprätentiöse Materialästhetik aus. Subtil und hintergründig befragen sie Stile, Themen und Diskurse der Kunst des 20. Jahrhunderts – ein Ansatz, der gerade eine jüngere Künstlergeneration nachhaltig beeinflusst hat.

Die neue Ausstellung in der Reihe Kabinettstücke rückt Heimo Zobernigs gestalterische Praxis in den Fokus. Sie zeigt eine Auswahl von Ausstellungsplakaten, Künstlerbüchern und Katalogen von den 1980er Jahren bis heute, die seine vielschichtige Beschäftigung mit typografischen Gestaltungsprinzipien, Sprache sowie dem Thema Farbe zum Ausdruck bringt. Ausgangspunkt der Präsentation ist das Werk Goethe (1998). Die Arbeit gehört zu der Serie der Streifenbilder, die seit 1987 kontinuierlich entstehen. Ergänzt durch weitere Bilder, Druckgrafiken und ein Video, welche Zobernigs umfassende Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Farbe und Farbenlehre veranschaulichen, verortet die Ausstellung das Streifenbild im Kontext seines Gesamtoeuvres.

Heimo Zobernig (geboren 1958 in Mauthen, Österreich), seit 2000 Professor für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien, gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Österreichs. 2015 bespielte er den österreichischen Pavillon auf der Biennale in Venedig.
Quelle: Wilhelm-Hack-Museum

Kuratorin
Astrid Ihle