Seit den 1990er Jahren experimentiert Anton Kokl mit sogenannten Interferenz-pigmenten. Eine besondere Eigenschaft dieser Farbgattung, die in sechs Grundtönen erhältlich ist, liegt in ihrer irisierenden Qualität. Anton Kokl hat dank beharrlichen Experimentierens neue Anwendungsmöglichkeiten und Verfahren für Interferenzpigmente u.a. auf der Basis von Kirschgummi entdeckt. Auf der Suche nach neuen Bildfindungen entwickelt er sein Verfahren und die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten beständig weiter. Dabei verbindet Kokl in einem Bild oft mehrere Techniken wie Ölmalerei, Tusche, Siebdruck und Ölkreide und erzielt damit überraschende Effekte.

Besonders die Reihe der großformatigen Interferenz-Bilder, die der Künstler mit dem Titel “Fliegendes Weiß” versehen hat, loten die Möglichkeiten des besonderen Malmaterials, mit dem Kokl seit mehr als 25 Jahren experimentiert, aus. Sie erschließen sich je nach Betrachterstandort und Lichteinfall ständig neu und hinterfragen unsere Sehgewohnheiten. Diese Wechselwirkung ist dem spezifischen Charakter des Interferenzpigments geschuldet, dessen transitorische, räumliche Erfahrbarkeit und irisierende Farbqualität erst im sich ändernden Licht und Blickwinkel in letzter Konsequenz erfahrbar werden.

Für seine neuartige Bildsprache und seinen künstlerischen Erfindungsreichtum wurde Anton Kokl mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Villa Massimo Stipendium (Rom), dem Stipendium Cité Internationale des Arts (Paris), dem Pfalzpreis für Bildende Kunst und dem Perron-Preis für Grafik. Zudem war Anton Kokl bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2017 mehr als ein Jahrzehnt als Dozent an der Kunsthochschule Mainz tätig und begeisterte zahlreiche Studierende für seinen Fachbereich Druckgrafik. Im Anschluss an die Ausstellung erscheint ein Katalog. Quelle: Kunstverein Ludwigshafen

 

Mit freundlicher Unterstützung:
Sparkasse Vorderpfalz, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz; BASF SE, GAG Ludwigshafen.