Der Philosoph Walter Benjamin erwarb 1921 das wohl bekannteste Bild aus der Serie der „Engel“ von Paul Klee, den „Angelus Novus“. Dieses Bild wird den Philosophen bis zu seinem Tod im französischen Exil 1940 begleiten.

HAP Grieshaber, Grafiker und Holzschneider, einer der bedeutenden und politisch engagierten Künstler des 20. Jahrhunderts, nahm 1964 Benjamins Denkbild des „Engel der Geschichte“ wieder auf und begründete eine Grafikedition mit dem gleichnamigen Titel.

Bis 1983 erschienen 25 großformatige Grafikmappen und Künstlerbücher, in deren Einleitung immer Benjamins These zum „Engel der Geschichte“ abgedruckt wurde.

Mit diesen Grafikmappen wollte Grieshaber einen interdisziplinären, gesellschaftspolitischen Dialog zu aktuellen Fragen der Zeit herstellen. Die Themen reichten von der Bildungspolitik, der Ökologie, der Psychiatrie, der Diktatur in Griechenland, der Studentenbewegung von 1968 bis zur persönlichen Hommage an Ernst Bloch zu dessen 85. Geburtstag.

Damit verbindet sich die Frage nach der Aktualität des Benjaminschen Textes und der Bedeutung des „Engels der Geschichte“ für unsere heutige Kultur, in der Engel mehr denn je Konjunktur haben. Am UNESCO-Welttag der Philosophie. Ernst-Bloch-Zentrum

 

Kurator
Prof. Josef Walch

Kosten
Eintritt frei