Der 1959 in Münster (Westfalen) geborene Hermann Reimer hat als ehemaliger Meisterschüler von Prof. Klaus Fußmann an der Hochschule der Künste in Berlin gelernt, wie man Räume atmosphärisch gestaltet und umgekehrt, wie Landschaft zum Raum „wächst“. In seinen aktuellen „Waldstücken“ (die derzeit in spektakulärem Großformat die Leinwände überwuchern) geht es ihm um das Einsetzen von Farbe als Licht, um Lichttemperaturen und Spots, um starke Hell-Dunkelkontraste. Und – um den Bruch mit dem Realen. Reimer malt meist direkt vor dem Motiv. In seinen stimmungsvollen Plein-Air-Stücken fokussiert er das Unspektakuläre: die stille Natur. So „baden“ wir ganz zeitgemäß „im Wald“. Begehen fotorealistisch und teils doch unwirklich anmutende Waldlichtungen, Forstwege oder treffen auf Spiegelungen von Flussläufen… und so auf die Oberfläche als Realitätsbruch. Der Wald als Erfahrungsraum gerät bei Reimer zum eindringlich atmosphärischen Moment. Ganz en passant auch zur Erinnerungskultur. Und – variiert in einem gekonnt technischen Spiel mit Ebenen, Perspektiven, Texturen. Hermann Reimer lebt und arbeitet in Berlin.

Der 1938 in Velbert (Nordrhein-Westfalen) geborene Prof. Klaus Fußmann gilt als zeitgenössischer deutscher Maler und Grafiker ersten Ranges. Erst diesen Sommer hat anlässlich seines 80.sten Geburtstags Schleswigs Schloß Gottorf seinen künstlerischen Spagat zwischen „heiteren Landschaften“ und dem „Selbstporträt der Farbe“ in einer großen Retrospektive gezeigt. Kurz: den Maler als „einen der norddeutschen Meister der leuchtenden Rapsfelder, der sanften Ostseebuchten (…), der regenzerpflückten Rosenblüten“ (Benedikt Erenz) sowie den „virtuosen Skeptiker der Malerei“ gewürdigt. Wir zeigen Ihnen Fußmanns Werk der Reduktion. Der Farbkraft. Des expressiven Minimalismus. Wir präsentieren Ihnen Natur, verstanden als abstrakten Malraum, von wild werdender Farbigkeit gefüllt. Wir zeigen Fußmanns Naturstücke als Farbstudien, in wechselnden Farb-Temperaturen. Ein  zeitgemäßes Landschafts- und Lichtempfinden, das nichts von seiner atmosphärischen Dichte und dem punktgenauen Erfassen einer Landschaftsseele eingebüßt hat. „Alles so schön mürbe, spröde fast. Unaufgeregt, aber aufregend, bewegend, groß“, nennt der eine Generation jüngere Friedel Anderson diesen „zupackenden Malzauber“.
Prof. Klaus Fußmann studierte an der Folkwang Schule in Essen (1957 bis 1961). 1962 ging er zum Studium nach West-Berlin, wo er 1974-2005 eine Professur an der Hochschule der Künste erhielt. Wenig später entdeckte er den Ort Gelting an der Flensburger Förde für sich. Er lebt und arbeitet dort und in Berlin. Klaus Fußmann war u.v.a. Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Seine herausragende Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet und in unzähligen Ausstellungen weltweit gewürdigt. Quelle: Galerie Lauth

 

Einführung
Dr. Melanie Klier, Kunstbuchautorin (München)

Musikalische Begleitung
Olaf Schönborn

Beide Künstler sind anwesend.