Bereits im antiken Roman findet sich ein Erzählertypus, dessen Behauptungen in ihrem Wahrheitsgehalt anzuzweifeln sind und den die Literaturtheorie als „unzuverlässigen Erzähler“ bezeichnetWird die Glaubwürdigkeit des Erzählers unterlaufen, offenbaren sind nicht nur neue Seiten des Erzählten, sondern auch die Strukturen der Erzählung selbst.

In der Moderne und Postmoderne geht das unzuverlässige Erzählen so weit, dass feste Bezugspunkte, kausale Zusammenhänge und lineare Abläufe gänzlich aufgegeben werden. So bezeichnet sich die erzählte Welt bei Autoren wie Alain Robbe-Grillet und Samuel Beckett durch Wiederholung und Zusammenhangslosigkeit, anstatt durch Einheit und Stabilität aus.

In der bildenden Kunst findet zeitgleich eine intensive Auseinandersetzung mit der Struktur von Sprache und Geschichte statt. Mit einem Blick in die museumseigene Schallplatten- und Künstlerbuchsammlung geht das Kabinettstück der Frage nach, ob hier ebenfalls von zuverlässigem Erzählen die Rede sein kann. Gezeigt werden unter anderem Werke von Jan Dibbets, Ferdinand Kriwet, Mieko Shiomi und Andy Warhol. Quelle: Wilhelm-Hack-Museum

 

Kuratorin
Astrid Ihle

Sonstiges
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