Die faszinierende Wirkung dieser Bilder beruht auf der Verbindung aus Collage, Malerei und Graffiti. Diese Vielschichtigkeit der verwendeten Materialien sowie der reliefartige Farbauftrag schaffen immer neue Ebenen und Perspektiven. Gepaart mit der Vergänglichkeit des Materials, wie die sich scheinbar lösenden Farbschichten, der scheinbar abbröckelnde Putz und das vergilbte Papier, deckt sich die Wahl der Technik mit der facettenreichen Aussage der Bilder.

Ein schneller Blick genügt nicht, man muss schon ein zweites Mal hinschauen, um all die Interpretationsmöglichkeiten zu erfassen. Vergänglich ist neben dem Material auch die jugendliche Schönheit der Dargestellten. Doch hinter all diesen Porträts schöner Frauen stehen junge Inderinnen, die ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien mit dem Sammeln von Müll verdienen. Auf diese traf Casagranda in Nordindien, wo sie einen Teil des Jahres verbringt, trank mit ihnen Tee und führte lange Gespräche. Trotz oder gerade wegen der ständigen existentiellen Bedrohung konzentrieren sie sich auf das Hier und Jetzt, haben ein bedingungsloses Vertrauen in die Zukunft und eine fast ausgelassene Lebensfreude.

Die 1979 in Stuttgart geborene Künstlerin, die Design studierte und als Grafikerin unter anderem für Günther Uecker und Markus Lüpertz arbeitete, ist seit nunmehr drei Jahren freischaffend tätig. Seitdem konnte sie bereits eine Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland realisieren. Quelle: Galerie Lauth.