Franz Woyzeck ist ein einfacher Mensch und vom Leben wenig begünstigt. Als Soldat hat er ein mageres Auskommen, gerade eben reicht es für seine Geliebte Marie und ihren unehelichen Sohn. Ein bitteres Zubrot verdient sich Woyzeck als Versuchskaninchen, ein Arzt hat ihn auf Erbsendiät gesetzt und missbraucht ihn für ein fragwürdiges medizinisches Experiment.

In aller Öffentlichkeit muss er sich von der besseren Gesellschaft demütigen lassen. Woyzeck fehlen die Worte, um seinen Zorn zu formulieren. Als er von Maries Affäre mit einem Tambourmajor erfährt, greift er zur Waffe. In einer Vollmondnacht findet Marie ein blutiges Ende.

In der Spielzeit 2015 /16 erarbeitete Tilman Gersch mit Jugendlichen aus Ludwigshafen das Sophokles-Drama Ajax. Schon in diesem Projekt untersuchte er das Phänomen der blinden Wut und ihre Auswirkungen auf eine freiheitlich denkende, offene und multikulturelle Gesellschaft.

Anhand des klassischen deutschen Theatertextes Woyzeck setzt die Gruppe ihre Beschäftigung mit diesem Thema fort. Im zweiten Teil der Inszenierung findet sich ein Chor aus Ludwigshafener Bürgern zusammen, um mit Elfriede Jelinek der eigenen Wut auf die Spur zu kommen, sich gegen die Wut der anderen zu wappnen und eine Form zu finden für das überwältigende Sprachwerk der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin. Quelle: Theater im Pfalzbau

 

Von
Georg Büchner und Elfriede Jelinek

Inszenierung
Tilman Gersch

Tickets
Jugendliche 9 €
Erwachsene 14 €
Familienpaket 28 €